Ökologischer Weinbau - Wein- & Whisky-Wiki von aromicon

Ökologischer Weinbau

Ökologischer Weinbau - Wein aus dem ökologischen Weinbau wird umgangssprachlich gern als Biowein bezeichnet. Der ökologische Weinbau verzichtet beim Anbau von Weinreben auf den Einsatz von Substanzen (synthetischen Düngemitteln und Herbiziden), die die Umwelt, den Wein und den Menschen beeinträchtigen oder schädigen können. Großen Wert wird auf den Erhalt und die Steigerung der natürlichen Bodenfruchtbarkeit gelegt. Die Beschränkung der Erträge auf das den natürlichen Wachstumsbedingungen der Reben entsprechende Maß Ertragsbegrenzung kommt dabei der Weinqualität zugute. Der Boden wird überwiegend mit mechanischen Methoden bearbeitet, die Bodenqualität durch organische Düngung und abwechslungsreiche Begrünung gesteigert. Die hochgefährlichen Pilzerkrankungen (z.B. falscher und echter Mehltau) der Rebe werden mit Hilfe von Mitteln wie Algenpräparaten, Pflanzenextrakten und Gesteinsmehlen bekämpft. In letzter Zeit hat sich eine Behandlung mit Molke- oder Milchsäureprodukten als erfolgreich erwiesen. In streng begrenzter Menge sind auch Kupferpräparate zur Bekämpfung von Mehltau zugelassen. Die Verwendung von Kupfer widerspricht jedoch der angestrebten Schadstofffreiheit, da es sich im Boden anreichert und auch auf andere Lebewesen als Pilze toxisch wirkt. Zu den vorbeugenden Maßnahmen gehören der der Anbau von Rebsorten mit hoher Widerstandskraft gegen Pilzbefall und die Bodenbehandlung zur Begünstigung sog. Bodenantagonisten.

Es existiert kein einheitliches Zertifikat für Wein aus ökologischem Weinbau. In jedem europäischen Land finden sich Verbände mit eigenen Zertifikaten. Wichtige Verbände sind:
In Deutschland: ecoVin, Bioland, Demeter, Naturland, Gäa, ECOCERT, bioveritas
In Österreich: BioAustria
In der Schweiz: Bio Suisse
In Italien: aiab
In Spanien: Asociación Vida Sana

Ökologisch produzierende Winzer müssen sich jedoch keinem dieser Verbände anschließen. Es genügt eine Zertifizierung gemäß der EU-Bioverordnung durch eine Öko-Kontrollstelle und die Angabe der Prüfnummer auf dem Etikett der Flasche.