aromicon-Autor Klaus Dieser Artikel wurde von Klaus geschrieben.

Wein und Gesundheit

10. Juli 2008

In den letzten Jahren werden immer neue Forschungsergebnisse veröffentlicht, die moderaten Weingenuss als Teil einer gesunden Lebensweise deklarieren.
Tatsächlich gibt es eine Reihe von biologisch sehr wirksamen Substanzen, die in der im Wein vorliegenden Konzentration, durch den Alkohol und Schwefel vor Oxidationsprozessen geschützt, ganz erstaunliche Dinge zu leisten vermögen.
Vor allem die ca. 100 Polyphenole verdienen dabei von den über 1000 im Wein auftretenden Stoffen unsere Aufmerksamkeit. Polyphenole sind im wesentlichen Teil des Pflanzlichen Immunsystems.
Prinzipiell kann man je nach geographischer Herkunft des Weines zwei große Gruppen unterscheiden. Catechin, Epicatechin und Quercitin sind Verbindungen, die oft in höherer Konzentration in südlichen Weinregionen gebildet werden, da ein Ziel der Schutz vor Sonne und UV-Strahlung ist. Nimmt man jedoch Weine aus Mitteleuropa, finden wir hier höhere Werte bei beiden Formen des Resveratrols, welche aktiv bei der Bekämpfung von Pilzinfektionen wirken. Diese und weitere Stoffe sind also in den Beeren vorhanden und finden sich im Wein wieder.

Was sind nun die Wirkmechanismen im menschlichen Körper? Da wäre zunächst das Quercetin, was in seiner Wirkungsweise auf Herz und Kreislauf den Zwiebelgewächsen ähnelt Es reduziert das “böse” LDL-Cholesterin zugunsten des “guten” HDL-Cholesterins. Durch eine Hemmung der Blutblättchengerinnung mindert es die Gefahr der Entstehung von Blutgerinnseln. Hinzu kommen positive Einflüsse bei bestimmten Diabetesformen.

Catechin und Epicatechin beugen durch ihre antioxidative Wirkung Arteriosklerose vor. Dieser Effekt wird im Wesentlichen durch die Hemmung der Oxidation LDL-Cholesterins erreicht. Weiterhin wird eine muskelentspannende Wirkung diskutiert. Diesen Effekt hat sicher jeder Weintrinker schon einmal am eigenen Leibe erlebt. Letztlich sind auch schon krebshemmende Effekte an Mäusen nachgewiesen worden.

Ganz vorn in der Gunst der Wissenschaft rangiert das Resveratrol, welches in ähnlicher Weise wie die vorangestellten Substanzen wirkt. Allgemein werden das antioxidative Potential und die biologische Wirksamkeit höher als das von Vitamin C oder Vitamin E eingeschätzt. Es hemmt Blutgerinnsel und Arteriosklerose. Hinzu kommen chemopräventive Effekte bei der Entstehung verschiedener Krebsarten. Darüber hinaus werden Enzyme aktiviert, die in der Lage sind, eingedrungene krebsbildende Stoffe zu hemmen und unwirksam zu machen.

Das Institut für Weinbauforschung e.V. Halle hat in Zusammenarbeit mit Weinbaubetrieben in Sachsen-Anhalt und Sachsen sowie Prof. W. Lorenz vom Fachgebiet Umweltchemie/Lebensmittelanalytik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ausgewählte Weine untersucht und dabei interessante Werte erhalten. Die Muster der positiven Substanzen ergaben ein Bild, nach dem gerade in nördlichen Breiten produzierte Weine besonders wertvoll hinsichtlich ihrer Wirkung auf die Gesundheit sind und dabei auch die Weißweine eine gute Figur machen.

Bei aller Wissenschaft kommt aber immer hinzu, dass ein Gläschen Wein aus der Heimat eine positive Stimmung erzeugt, die dem Wohlbefinden zuträglich ist. Gesundheit und ein langes Leben sind also Genießern von unseren Saale-Unstrut- und Elbtalweinen garantiert.

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