aromicon-Autor jana Dieser Artikel wurde von jana geschrieben.

Der Tafelwein sagt Lebewohl!

12. August 2009

Der Tafelwein gilt schon lange als Inbegriff eines Weines von minderer Qualität, da er für die unterste Kategorie europäischer Weine stand. Obwohl sein Name semantisch, von der ursprünglichen Wortbedeutung ausgehend, eigentlich anderes vermuten lässt. Denn wer lässt an einer herrlich bereiteten Tafel schon schlechten Wein verkosten? Nun, trotz des eigentlich vielversprechenden Namens rümpften Weinkenner bei der Erwähnung eines Tafelweins nur missbilligend die Nase. Jetzt verabschiedet sich der Tafelwein aus dem Vokabular, die EU verbannte den Begriff. Seit dem 1. August 2009 darf er in der gesamten Europäischen Union nicht mehr verwendet werden. Es wird also neue Etikettierungen geben, auf denen er als Wein ‚ohne nähere Herkunftsangabe’ erscheint. Eine Aufwertung erfährt der Wein zumindest auf dem Etikett dadurch, dass nun die Rebsorte, das Herkunftsland oder den Jahrgang verzeichnet werden. Verbraucher können den umbenannten Wein trotzdem erkennen, unspezifische Bezeichnungen wie ‚Wein aus Deutschland’ oder ‚Deutscher Riesling’ kennzeichnen diesen Wein nun.

Der Begriff Landwein darf in Deutschland weiter verwendet werden, soll jedoch mit ‚g.U.’ für ‚geschützte Ursprungsbezeichnung’ betitelt werden. Prädikats- und Qualitätsweine fallen künftig in die neue EU-Kategorie ‚g.g.A’ für ‚geschützte geografische Angaben’.

Durch diese Neuregelungen soll es künftig einfacher werden, Rückschlüsse auf die Qualität der Weine zu ziehen. Ob dies wirklich möglich sein wird, bleibt fraglich, auch die alten Bezeichnungen hielten nicht immer, was sie versprachen.

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