aromicon-Autor jana Dieser Artikel wurde von jana geschrieben.

Alerte au rouge / Alarmstufe Rot – Der Klimawandel zerstört französische Weinbaugebiete

17. August 2009

In einem Offenen Brief, der in der größten französischen Tageszeitung Le Monde veröffentlicht wurde, forderten am 11. August 2009 über 50 Weinkenner aus der gesamten Weinbranche gemeinsam mit Greenpeace ihren Präsidenten Sarkozy auf, endlich entschieden gegen den Klimawandel vorzugehen.

Der Klimawandel trifft die französischen Weinbaugebiete besonders hart, seine katastrophalen Folgen sind schon jetzt absehbar: Lange, heiße Trockenperioden, Hagelstürme und eine verfrühte Reifung der Weinbeeren erschweren die Arbeit der Winzer. Außerdem werden durch diese neuen klimatischen Bedingungen die Weinbeeren immer weniger widerstandsfähig. So passiert es auch  häufiger, dass neue Krankheiten aus südlicheren Anbaugebieten die Rebstöcke der französischen Winzer befallen.

Besonders betroffen ist das traditionsreiche Anbaugebiet Burgund. Seine berühmten, in aller Welt bekannten Weine erhalten ihren spezifischen Charakter durch das einzigartiges Terroir des Burgund, das sich nun aber peu a peu verändert und damit dem Wein seine individuell besondere, von Weinliebhaber geschätzte Aromenvielfalt nimmt. Schwerere Texturen und ein höherer Alkoholgehalt zeigen mittlerweile schon heute die durch den Klimawandel bedingten Veränderungen der berühmten Weine an. In absehbarer Zeit werden die Weine Frankreichs nicht mehr das sein, was sie einmal waren. Der Klimawandel muss also schnell aufgehalten werden. Das sehen auch die Unterzeichner des Offenen Briefes. So erklärt Anaiz Parfait, die Verantwortliche der Greenpeace-Kampagne, folgerichtig, dass die Bedrohung für die französische Weinkultur immer stärker werde. Es bleibe nicht mehr viel Zeit, um zu reagieren. Aber die Winzer seien bereit, für ihre Zukunft zu kämpfen!

Ihre Chance sehen die Winzer, Sommeliers und Küchenchefs, die den Offenen Brief unterzeichneten, in der internationalen Klimakonferenz, die im Dezember in Kopenhagen stattfinden soll. Hier sollen ihr Präsident Sarkozy und sein Umweltministerium Führungsstärke zeigen und ein internationales Klimaabkommen erwirken, das die internationale Staatengemeinschaft bis 2020 zwinge, ihren CO2-Austoß um 40% zu verringern.

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